Die Geschichte der Parksiedlung seit 1957

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jochen Bender

Stadtarchiv Ostfildern

Von meinem Kollegen Jochen Bender, Leiter unseres Stadtarchivs, bekam ich Ende 2008 diese schönen Fotos zur Verfügung gestellt.

 

 

 

Bis 1956 war dort, wo heute unser Stadtteil Parksiedlung steht, alles eine grüne Wiese. Die Bilder zeigen die Bauarbeiten ab 1956 mit Blick auf die Nellinger Kaserne. Die Häuser der Kaserne wurden 1951 von Süd nach Nord gebaut. Gleich gegenüber dem ehemaligen Nordtor an der Rinnenbach-Strasse entstand die Parksiedlung.

 

Im Sommer 1957 wurden die ersten Wohnungen in der Parksiedlung bezogen. Damit konnte die Gemeinde Nellingen die akute Wohnraumnot der Nachkriegszeit lindern, und mehr noch: Mit der Parksiedlung entstand ein landesweit beachtetes Siedlungsprojekt. Ihre Planung aus einem Guss setzte städtebauliche Maßstäbe. Auch heute noch ist der fünfte Stadtteil Ostfilderns ein beliebtes Wohnquartier in reizvoller Lage hoch über dem Neckartal. 

 

 

Parksiedlung- Verkaufsbaracke 1956 ( heutige Parkstraße ). Im Hintergrund: US- Army Hangar Nord.

 

 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schnellten die Einwohnerzahlen in die Höhe. Nellingen zum Beispiel vergrößerte sich in nur zehn Jahren um fast 75 Prozent auf knapp 5.000 Einwohner im Jahr 1954. Doch wohin mit den Neubürgern, von denen die meisten Flüchtlinge und Heimatvertriebene waren? Sie waren oft bei den Altbürgern einquartiert oder in Baracken untergebracht. Auf Dauer war dieser Zustand untragbar.

 

Großzügige Siedlungsflächen waren gefragt. Als der Pachtvertrag für die landwirtschaftliche Nutzung der Domäne Weil 1955 auslief, war die Chance für die Bebauung des Geländes auf Nellinger Gemarkung gegeben. Man konnte direkt an die kurz zuvor entstandenen Wohnblocks der US-Kaserne anschließen, und das Haus Württemberg als Eigentümer aus Gestütszeiten hatte Interesse an der Vermarktung der Grundstücke per Erbbaupacht. Die Gemeinde Nellingen schulterte schließlich ein für ihre Verhältnisse gewaltiges Projekt: Die Erschließung und Infrastruktur der neuen, fast 30 Hektar großen Siedlung kostete rund vier Millionen Mark, eine Summe, mit der die Altgemeinde Nellingen ihre sämtlichen Ausgaben mehrere Jahre lang hätte bestreiten könnten. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass Nellingen den ursprünglichen Siedlungsnamen „Weiler Park“ ablehnte, da Weil auf Esslinger Gemarkung liegt.

 

Im März 1961 lebten im fertig gestellten Westteil der Parksiedlung bereits mehr als 3.000 Parksiedler. 1964 begannen die Bauarbeiten im Ostteil. Ein Jahr später waren dort bereits 1.000 Menschen eingezogen. Bis 1966 wurden in der gesamten Parksiedlung 468 Miet- und Eigentumswohnungen sowie 561 Ein- und Zweifamilienhäuser gebaut

 

 

 

PS- Herzog- Philipp- Platz 1966

PS- Herzog- Philipp- Platz 1966

PS- Parkstraße Tankstelle 1964. Quelle/Foto: Fam.Dürr

Ehemalige Kreuzung Hohenheimerstraße Einmündung Rinnenbachstraße. Recht Richtung Ruit ( Parksiedlung unbebaut ), Links Richtung Nellingen.

Hintergrund: Wohngebäude US- Housing- Area Nellingen Barracks ca. 1955.

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