504th  Ordnance Company Nellingen Kaserne

 

 

 

   Sgt. Harold B. Wilde 1953 bis 1956   

 

 

Auf dieser Seite zeige ich Ihnen sehr zeitgeschichtliche Fotos aus der Anfangszeit der Nellingen Kaserne.

Sgt. Harold Wilde war hier von Januar 1953 bis Januar 1956 mit der 504. Ordonanz Kompanie stationiert.

Diese Kompanie unterstand dem 38. Ordonanz Battalion.

Herr Wilde lebte zuletzt im USBundesstaat Texas und ist leider vor sechs Jahren verstorben (2003).

Seine, aus Stuttgart in Deutschland stammende Frau, Elfriede Wilde, stellte mir diese tollen Bilder zur Verfügung.

Die Fotos waren in einem alten Album und sind erst kürzlich wieder zum Vorschein gekommen.

Elfie Wilde hat die schrecklichen Kriegstage im 2. Weltkrieg noch immer sehr in Erinnerung, unter anderem die

verheerende Bombennacht am 12.Oktober 1944. Sie hat es irgendwie geschafft, der brennenden Stadt Stuttgart

zu entkommen und zu überleben.

 

Danke Elfie, für die tollen E-Mails die wir im Herbst 2009 miteinander

ausgetauscht haben.

Viele Grüße aus Nellingen sendet dir  Billy

 

On this Page I'll show you very historically Photographs from the early days of Nellingen Barracks.

Sgt. Harold Wilde was stationed here from January 1953 to January 1956 with the 504th Ordnance Company.

This Company subordinate to the 38th Ordnance Battalion. Mr. Wilde recently lived in the U.S. State of Texas and is,

unfortunately, died six years ago (2003). His, wife, originally from Stuttgart in Germany, Elfriede Wilde,

gave me these great Pictures.

The Photos were in an old Album and after many years, recently rediscovered.

Elfie Wilde survived the terrible Days of WW2.It is still very much in her Memory,

including the devastating Air raids on Oct 12th, of 1944.

She has somehow managed to escape the burning City of Stuttgart.

 

Many thanks Elfie, and I wish you all the best for the Future.

from  Billy

 

November 2009

 

Sgt. Bobby West from Raleigh N.C. Nellingen Kaserne 1953 /

Unteroffizier Bobby West 504.Ordonanz Kompanie Nellingen Kaserne 1953

Member of the 504th Ordnance Company Nellingen Kaserne 1953 /

Kamerad der 504. Nellingen Kaserne 1953

Members of the 504th Ordnance Company in the Field 1953 /

Kameraden der 504. im Manöver 1953

Sgt. Ray Burns 504th Ordnance Company Nellingen Kaserne 1953

Inspection Nellingen Kaserne 1954 /

Inspektion 1954 Nellingen Kaserne

Members of the 504th Ordnance in a local Guesthouse 1955 /

Kameraden der 504. in einem Dorf Lokal 1955

Members of the 504th in a Beer Garden in Nellingen 1954. Front right is Harold Wilde

 Kameraden der 504. in einem Nellinger Bier Garten. Harold Wilde ist vorne rechts. 1954

Sgt. Harold Wilde Summer 1953 /

 Unteroffizier Harold Wilde im Sommer 1953

Harold Wilde Nellingen Kaserne 1953

Mrs. Elfriede Wilde with other Swich-Board Girls at Robinson Barracks 1953 / Frau Wilde mit ihren Fernsprecherinnen-Kolleginnen Robinson Barracks 1953

Harold Wilde somewhere walking around in Nellingen 1953 / Harold Wilde irgendwo in Nellingen beim spazieren gehen. 1953

 

 

Die Switchboard Girls vom Burgholzhof (Robinson Barracks)

Nach zwei jährigem Schottland Aufenthalt, fing Frau Wilde 1952 als Fernsprecherin für die U.S. Army in Stuttgart an zu arbeiten. Die Zentrale wurde von der 589th Signal Company der Army verwaltet und hat auch die Telefonverbindungen zu den zahlreichen U.S. Kasernen erstellt. Die Fernschreiber und ihr Arbeitsplatz waren in der ehemaligen, deutschen Wehrmachts-Kaserne auf dem Burgholzhof untergebracht. Die Army nannte sie- Robinson Barracks-

46 junge Mädchen schafften dort als Switch-Board Girl.

Den Bericht über ihre Tätigkeit für die U.S. Army schickte Frau Wilde im Januar 2009 an die Stuttgarter Nachrichten – Von Zeit zu Zeit-

Bericht und Bildquelle

 http://www.von-zeit-zu-zeit.de/index.php?template=bild&media_id=4442
Stuttgarter Nachrichten

 

Im Jahr 1946 stellte die Signal Section der amerikanischen Wehrmacht die ersten deutschen Telefonistinnen im Königsbau ein. Die Telefonvermittlung hiess "Stuttgart Switch." Meine Kollegin Annemarie Urban Root erzählte dass sie im Krieg bei der Reichsbahn, jetzt Bundesbahn, als Fernsprecherin angestellt war. Eine Fernsprecherin war eine Telefonistin, aber während Hitlers Zeiten sollte man ja keine Fremdwörter benutzen, wenn es dafür ein gutes deutsches Wort gab. Somit war das Telefon der Fernsprecher, eine Telefonistin eine Fernsprecherin.
Annemarie hörte von einer Bekannten, dass die Amerikaner deutsche Frauen mit guten englischen Sprachkenntnissen als Telefonistinnen im Königsbau einstellten. Sie bewarb sich um eine Stelle und bekam sie auch. Sehr wichtig war dabei, dass die deutschen Angestellten täglich ein freies Mittagessen bekamen. In der damaligen Hungerszeit war das wichtiger als Geld. Lebensmittel waren noch rationiert und sehr knapp. Man musste sich oft stundenlang vor Geschäfte stellen um etwas Gemüse oder sonstige Lebensmittel zu bekommen, und oft war alles ausverkauft ehe man etwas kaufen konnte. Ich erinnere mich noch gut dass im Sommer 1946 in Stuttgart kaum Kartoffeln aufzutreiben waren. So war Annemarie froh diese Stelle zu bekommen. Zu jedem Mittagessen gab es eine Scheibe Weissbrot. Die nahm sie immer mit heim und am Wochenende machte ihre Mutter Semmelklöße daraus.

 

Obituary of Mr. Harold Wilde on March 18th 2003 in Hendersonville

Todesanzeige von Harold Wilde vom 18.3.2003

 

 

 

1950 wurde die Telefonzentrale nach Robinson Barracks auf dem Burgholzhof verlegt. Die erste Zentrale befand sich im Gebäude 6. Als ich nach zweijährigem Aufenthalt in Edinburgh in Schottland im Juli 1952 wieder nach Stuttgart kam, fand ich dort dank meiner englischen Sprachkenntnisse sofort eine Anstellung. 1953 zogen wir in das neu erbaute Gebäude 129 um. Dort befanden sich die Fernschreiber, genannt Teletype, im Parterre und die Telefonzentrale im 1. Stock. Beides gehörte zu der 589. Signal Company. Wir waren damals 46 junge Mädchen welche im Switchboard, in der Telefonzentrale, arbeiteten. Das Arbeitsverhältnis zwischen Deutschen und Amerikanern war sehr gut. An amerikanischen Feiertagen schickte die amerikanische Kantine Essen für die Telefonistinnen welche an diesen Tagen im Dienst waren. Es gab Truthahn, Gemüseplatten, Salate, Zitronenkuchen, Orangen, echten Bohnenkaffee, und noch anderes. Das waren für uns Delikatessen welche wir nicht kannten oder längst vergessen hatten. Auch wurden wir öfters in die amerikanische snack bar eingeladen. Dort gab es Hamburgers, Pommes Frites und Kirschen Coca Cola, was alles für uns unbekannt war. Einmal in der Woche konnten wir für wenig Geld im NCO Club essen, wo die amerikanischen Frauen Chili und selbstgebackene Kuchen verkauften. Der Erlös wurde an verschiedene Wohltätigkeitsvereine weiter geleitet. Man stellte fest, dass an sich gar nicht so viel Unterschied zwischen Frauen besteht, ob sie nun von Stuttgart, New York oder Chicago waren. Es bahnte sich manche Freundschaft zwischen deutschen und amerikanischen Frauen an. Ich selbst war jahrzehntelang mit zwei amerikanischen Freundinnen in enger Verbindung, mit Dolly Ames von Pittsburgh, Pennsylvania, und Ruth Harris von Whitney, Texas. Ruth versuchte mich mit der amerikanischen Küche bekannt zu machen, was aber daran scheiterte, dass ich die Zutaten meistens nicht in deutschen Geschäften finden konnte. Dolly hatte mehr Erfolg. Sie zeigte mir wie man die Haare mit Haarklammern zu kleinen Löckchen aufwickelt. Zu meinem Geburtstg schenkten sie mir einen Lippenstift und ein James A. Michener Buch. Es war mein erstes Buch von diesem Autor. Heute besitze ich fast alle seine Werke. Als ich dann später mit meinem Mann nach Amerika kam, besuchten wir uns auch hier öfters gegenseitig. Ruth wohnte mehrere Jahre in Texas in meiner Nähe und ich lernte auch ihre Eltern kennen. Ihrer Mutter gelang es dann mich in die Texaner Küche einzuführen. Dafür musste ich dann ihr und den Nachbarn zeigen wie man Spätzle macht und sie über ein Brettchen schabt, und wie man einen echten schwäbischen Kartoffelsalat herstellt. Ruth und Dolly starben beide kürzlich. Es war das Ende einer über 50 Jahre währender Freundschaft und sehr schmerzlich für mich. Ich selbst wohne noch in Texarkana, einer geteilten Stadt, halb Texas, halb Arkansas.
Wir arbeiteten jede 5. Nacht 16 Stunden Nachtschicht. Im Sommer gingen wir oft direkt vom Nachtdienst ins Bad Berg um im kühlen Mineralwasser zu schwimmen. Ich schwimme heute noch täglich, leider in Wasser, dem Chlor zugesetzt ist. Das ist lange nicht so angenehm wie das Stuttgarter Mineralwasser.
Während meiner Arbeitszeit in Robinson Barracks wurden wir auch zu amerikanischen Festen eingeladen. Die Soldaten tanzten Jitterbug mit uns, ein Tanz der für die meisten von uns neu war. Wir versuchten ihnen beizubringen wie man einen richtigen deutschen Walzer tanzt. Dabei gab es viel Gelächter, aber leider hatten wir mit Walzer wenig Erfolg. Jitterbug und Swing lag ihnen besser. Doch immer wurden wir höflich und mit Respekt behandelt. Mehrere der Soldaten waren deutscher Abstammung und interessierten sich sehr für das Land ihrer Vorfahren. Oberst James Eitel, der Vetter von meinem Mann, war in Nellingen stationiert. Er stammt von den Lomersheimer Eitels ab. Sein Sohn besuchte einen deutschen Kindergarten in Nellingen, und später eine deutsche Schule, damit er die Sprache und Kultur seiner Ahnen lernen konnte.
Für viele von uns waren die Nachkriegsjahre zu dieser Zeit noch nicht leicht. Einige meiner Kolleginnen waren Flüchtlinge aus dem Osten. Wir wohnten teilweise noch in Notunterkünften, in Baracken, oder in ungeheizten Dachstockkammern. Eine gute Wohngelegenheit zu finden war sehr schwierig. Wir halfen uns gegenseitig aus so gut es ging. Wir borgten uns gegenseitig Kleider damit wir nicht immer die gleichen tragen mussten, besonders wenn wir zum Tanzen eingeladen waren. Ob es diesen jungen Männern damals wohl bewusst war, dass sie Sonne in unser oft noch schweres Leben brachten? Es blieb natürlich nicht aus, dass es auch zu festen Verbindungen kam. Über die Hälfte meiner Kolleginnen, ich mit eingeschlossen, heirateten amerikanische Soldaten und folgten ihnen nach Amerika.
Die meisten von uns blieben in Verbindung. Die schweren Zeiten von damals festigten Bindungen welche unser ganzes Leben über anhielten. Heute sind wir Grossmütter und Urgrossmütter, über den Erdball zerstreut, aber vergessen haben wir diese Zeit nicht. Unsere amerikanischen Kollegen und Kolleginnen von Robinson Barracks gehören genau wie wir zu Stuttgarts Geschichte. Die amerikanischen Frauen und Männer haben uns nie als frühere Feinde behandelt, sondern einfach als Kollegen mit denen man gut zusammen arbeitete, und das haben wir nie vergessen.
Unsere Gruppe ist sehr klein geworden. Bei meinen Besuchen in Stuttgart treffen wir uns und sprechen über die damalige Zeit, welche uns immer in Erinnerung bleiben wird. Wenn wir unseren Kindern und Enkelkindern heute davon erzählen und ihnen sagen wie sehr wir uns damals über Kleinigkeiten freuen konnten, über ein Stückchen Schokolade oder Kuchen, oder eine Tasse echten Bohnenkaffee, verstehen sie es nicht. Uns tut das leid, denn diese Zeit hat trotz allem unser Leben geprägt und es bereichert.
Ein herzliches Dankeschön meinen früheren Kolleginnen Traudel Bauder (Oberaufsicht) Annemarie Urban Root (Aufsicht) und Margit Riehle Lechtenboerger (Oberaufsicht), welche mit Photos und Erinnerungen zu diesem Bericht beigetragen haben.


Von ELFRIEDE WILDE am 11. Januar 2009

 

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